FACHWISSEN
Rotestrich im Bestand: erst Material und Feuchte klären
Der Begriff „Rotestrich“ wird im Bestand mitunter für rötlich oder rotbraun erscheinende Böden verwendet. Eine eindeutige Estrichart lässt sich daraus nicht ableiten. Vor einem neuen Bodenbelag oder einer Instandsetzung müssen deshalb Material, Aufbau und Zustand des vorhandenen Bodens geklärt werden.

Was kann mit „Rotestrich“ gemeint sein?
„Rotestrich“ bezeichnet keine eindeutig definierte Estrichart. Im Bestand können mehrere Schichten sichtbar sein: eine eingefärbte Nutzschicht, ältere Spachtelungen, Klebstoffreste und der eigentliche Estrich. Farbe und Name allein sagen weder, welches Material vorliegt, noch ob der Boden für einen neuen Belag geeignet ist.
Magnesiaestrich und Steinholzestrich
Magnesiaestrich ist eine eigenständige Estrichart. Steinholzestrich ist eine besondere Ausführung davon mit organischen Füllstoffen, etwa Holzbestandteilen. Solche Böden können im älteren Bestand vorkommen. Das bedeutet aber nicht, dass jeder als „Rotestrich“ bezeichnete Boden aus Magnesia- oder Steinholzestrich besteht.
Was die Farbe verrät – und was nicht
Bei Steinholzestrichen sind eingefärbte Nutzschichten möglich, auch in Rotbraun. Farbpigmente können dabei eine Rolle spielen. Welche Schicht und welche Bestandteile die Farbe eines konkreten Bodens bestimmen, lässt sich aus dem Anblick allein nicht sicher feststellen.

Bodenfläche mit rötlicher Oberschicht am Wandanschluss.
Warum Feuchtigkeit wichtig ist
Magnesia- und Steinholzestriche sind feuchteempfindlich. Bei längerer Durchfeuchtung können Gefüge und Festigkeit beeinträchtigt werden. Je nach Aufbau und Schaden können bei Steinholzestrichen auch Risse oder Verformungen auftreten. Der Ausdruck „wasserlöslich“ beschreibt dieses Verhalten zu ungenau.
Für die weitere Bearbeitung zählt deshalb der tatsächliche Zustand des Bodens. Ein Aufbau, der für Zementestrich geeignet ist, lässt sich nicht ohne Prüfung auf Magnesia- oder Steinholzestrich übertragen.
Vor einem neuen Bodenbelag
Vor unseren Arbeiten prüfen wir den für die weitere Bearbeitung relevanten Untergrund und die vorhandenen Schichten. Auffälligkeiten bei Festigkeit, Feuchte, alten Beschichtungen oder Klebstoffresten müssen vor dem weiteren Aufbau geklärt werden. Davon hängen Vorbereitung, eine gegebenenfalls erforderliche Grundierung, Spachtelarbeiten, Klebstoff und Belag ab.
Wenn Estrichart, tieferer Aufbau oder Schadensumfang nicht sicher beurteilt werden können, ist eine geeignete fachliche Untersuchung hinzuzuziehen. Erst danach lässt sich der nächste Arbeitsschritt festlegen. Allgemeine Fragen zur Planung eines Bodenbelags behandelt der Beitrag Bodenbelag planen: vier Fragen vor der Verlegung.
Nach einem Wasserschaden
Nach einem Wassereintritt müssen zuerst Ursache und betroffene Schichten geklärt werden. Die sichtbare Oberfläche allein zeigt nicht, wie weit Feuchtigkeit in den Bodenaufbau gelangt ist und ob der Estrich noch ausreichend fest ist.
Ob ein Boden erhalten, weiter untersucht oder ersetzt werden muss, hängt vom konkreten Befund ab. Erforderliche Arbeiten anderer Fachleute müssen vor der Oberflächenwiederherstellung abgestimmt sein.
Weiterführende Fachinformationen
Passende Leistung
Ein Artikel kann die Prüfung am Objekt nicht ersetzen. Die Leistungsseite zeigt, wie wir solche Aufgaben einordnen.
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